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Jugendweltmeisterschaft Ju-Jutsu 2013 in Bukarest (Rumänien)

Vom 22.-24.November 2013 fanden in Bukarest (Rumänien) die diesjährigen Weltmeisterschaften der Jugend u18 und u21 im Ju-Jutsu statt.

Das Team der Deutschen Jugendnationalmannschaft flog bereits am Donnerstagmorgen nach Rumänien, um sich schon etwas einzugewöhnen – in Bukarest sind die Uhren den deutschen eine Stunde voraus. Außerdem war dort bereits am Abend das Wiegen für die Kämpfer am Freitag.

Der erste Wettkampftag (Fr 22.11.), war im Fighting der „Tag der Mädels“. So hieß es auch für Annalena Bauer von der TG Höchberg „auf geht’s!“.

Ihre Gewichtsklasse - Frauen unter 21 bis -70kg – war dieses Jahr voll besetzt. 12Teilnehmerinnen aus 9 unterschiedlichen Ländern gingen dort an den Start, unter ihnen einige ehemalige und amtierende Welt- und Europameisterinnen der Jugend. Annalena, die selbst bereits 2-fache Europameisterin und amtierende Weltmeisterin ist, hat sich viel vorgenommen – vor allem war das Ziel ihren Titel zu verteidigen. Hochmotiviert und mit dem Adler auf der Brust ging sie auf die Matte.

Annalena musste zuerst gegen Polen ran. Agnieszka Jakubiec, die amtierende Weltmeisterin (damals noch eine Gewichtsklasse höher) schien zuerst ein starker Gegner zu werden, doch Annalena hatte ihre Gegnerin schnell im Griff. Nach nicht einmal der Hälfte der Kampfzeit schienen eine beeindruckende Fußfegetechnik mit anschließendem Festhalter am Boden den Sack zu zu machen. Jedoch musste die Polin verletzungsbedingt früher aufgeben.

Im nächsten Kampf – dem Viertelfinale – stand Annalena der Russin Ekaterina Vorobeva respektvoll gegenüber. Die Deutsche nutzte ihre Schnelligkeit gegenüber der noch unbekannten Gegnerin aus und setzte einen Punkt nach dem anderen. Annalena, die außerdem noch in der Bundesligamannschaft der SG Eltmann kämpft, nutzte ihre technische Vielfalt. Sie nutzte geschickt die Bewegung ihrer Kontrahentin aus, warf diese und hielt sie anschließend mit einem Haltegriff am Boden fest. Damit beendete Annalena auch diesen Kampf vorzeitig mit Full-Ippon.

Somit stand die Adlerträgerin im Halbfinale. Mit Cynthia Schellingerhout, der amtierenden Europameisterin (damals noch u18 -63kg), stand Annalena einer großen Herausforderung gegenüber. Die Holländerin ist, ebenso wie Annalena, im Judo sehr erfolgreich. Die Beiden Ju-Jutsuka standen sich bereits bei der German Open gegenüber und sind auf ähnlichem Niveau .Damals konnte Annalena den Kampf vorzeitig für sich entscheiden und holte Gold. Nun war die Aufregung noch etwas größer. Man konnte den beiden deutlich ansehen, wie sehr sie diesen Titel wollten. Dementsprechend spannend sollte auch der Kampf werden. Zu Beginn war es sehr ausgeglichen, doch nach zwei verunsichernden Strafen für die Deutsche, taute Schellingerhout auf und punktete mehrmals in Part1 und 3. Zwischenzeitig lag die Holländerin 5 Punkte vorne, bis Annalena 1 Minute vor Schluss ihre Gegnerin werfen konnte. Somit fehlte der Deutschen lediglich nur noch der Ippon im Part 3 um den Kampf vorzeitig für sich zu entscheiden. Annalena holte Punkt für Punkt auf, kam aber nicht nahe genug ran um das Ruder rumzureisen. Jedoch kurz vor Ablauf der Zeit, fuhr die Höchbergerin nochmal alles auf und brachte ihre Kontrahentin in deine Festlegetechnik. Mit all ihrer Kraft hielt sie die Holländerin am Boden fest und entschied mit den letzten Sekunden den Kampf doch noch für sich. Nervenkitzel pur für Kämpfer, Coach und Zuschauer!  Durch diesen spannenden „Full-House-Sieg“ zog Annalena ins Finale ein.

Gut vorbereitet und mit dem entsprechenden Siegeswillen ging Annalena hier auf die Matte. Dort stand ihr die Griechin, Panagiota Stamouli, gegenüber, die ebenfalls alle ihre vorherigen Kämpfe deutlich gewonnen hatte. Aber Annalena lies ihrer Gegnerin keine Chance. Zielstrebig ging sie ans Werk, arbeitete sich hin zum Wurf und hielt Stamouli am Boden fest. Schon stand es 5:0 für Deutschland nach 34 Sekunden. Es fehlte nur noch der Ippon im Part 1 zum vorzeitigen Sieg. Diesen bereitete die Höchbergerin geschickt vor und setzte den entscheidenden Fausttreffer in der 52 Sekunde. Somit entschied Annalena das Finale für sich. Eine weitere Goldmedaille für Deutschland und eine neue bzw. alte WELTMEISTERIN!!!

Die Jugendweltmeisterschaft verlief die folgenden Tage ebenfalls erfolgreich für den Deutschen Ju-Jutsu Verband. Die Bilanz am Ende besagte: 10x Gold, 7x Silber und 3x Bronze, damit gewann Deutschland auch die Nationenwertung vor Montenegro und Russland, die von den Deutschen auf Rang zwei und drei – mit maximal nur 5 Goldmedaillen – verwiesen wurden. Dieser grandiose Erfolg durfte am Sonntagabend auf dem anschließenden Gala Dinner natürlich auch ausgelassen gefeiert werden, bevor am Montagnachmittag die Heimreise angetreten wurde.

Nächstes Jahr steht eine große Besonderheit im Jugendbereich der JJIF (Ju-Jitsu international Federation) an: Europa- und Weltmeisterschaft finden im selben Jahr statt.

Diese Gelegenheit würde Annalena gerne nutzen und ihre beiden Titel in ihrem letzten Jahr der Jugend – bevor die 19-Jährige altersbedingt zu den Erwachsenen wechselt – verteidigen. Allerdings sind diese Ereignisse sehr kostenaufwendig, denn die Europameisterschaften werden in Schweden ausgetragen und die Weltmeisterschaften in Mexiko. Da der DJJV jedem Bundeskaderathleten nur eine dieser Maßnahmen finanziell ermöglichen kann, wird auf diesem Weg noch dringend nach Sponsoren und Unterstützern gesucht.

Wessen Interesse geweckt wurde bzw. wer Annalena und ihre sportliche Karriere unterstützen möchte, kann sich unter folgender E-Mail-Adresse melden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.